Wissenswertes zur Feuerwehrbekleidung

1. Fasern bei Feuerwehrbekleidung:

Nomex®

Die synthetische Nomex® Faser, aus dem Haus DuPont®, ist ein Meta-Aramid, diese Faser ist nicht entflammbar, hat sehr gute mechanische Eigenschaften und widersteht hohen Temperaturen. Diese Faser wird zu den unterschiedlichen Nomex® Stoffen weiterverarbeitet.

Kevlar®

Die synthetische Kevlar® Faser, aus dem Haus DuPont®, ist ein Para-Aramid. Diese Faser ist nicht entflammbar, widersteht enormer Hitze und hat eine extreme Festigkeit. Wird z. B. in Nomex® Stoffen verarbeitet um die Festigkeit zu erhöhen oder im Schnittschutzbereich (z. B. bei Forstschutzbekleidung, Handschuhen etc.). Diese Faser hat eine 5 mal höhere Festigkeit als Stahl.

Kermel®

Die synthetische Kermel® Faser ist ein Polyamid-Imid, aus der Familie der Meta-Aramide, diese Faser ist nicht entflammbar, spinndüsengefärbt, hat sehr gute mechanische Eigenschaften und widersteht hohen Temperaturen. Diese Faser wird zu den unterschiedlichen Kermel® Stoffen weiterverarbeitet.

Antistatikfasern:

Hier werden Carbonfasern oder Stahlfasern eingesetzt um die statische Aufladung der Bekleidung zu verhindern. Sie zeichnen sich durch extrem hohe Reißfestigkeit und elektrische Leitfähigkeit aus.


Baumwolle FR:

Schwerentflammbare Baumwolle. Baumwolle ist eine Naturfaser die durch eine Ausrüstung Ihre Schwerentflammbarkeit erhält.


Nylon

Name für Polyamid 6.6, eine synthetische Faser mit extrem hoher Reiß- und Scheuerfestigkeit.

Viskose

Viskose ist eine Zellulose-Faser, diese kann in einem chemischen Verfahren schwerentflammbar ausgerüstet werden. Gewebe mit einem hohen Viskose-Anteil haben den Vorteil, daß Sie einen hohen Anteil an Feuchtigkeit aufnehmen können, dieses führt zu sehr angenehmen Trageeigenschaften.

 

2. Oberstoffe:

 

 

Zusammensetzung:

Nomex® Outershell Tough bzw. Nomex® Delta TA

Nomex® III

75% Nomex® / 23% Kevlar®/ 2 % Antistatik Carbonfaser

 

 

94% Nomex® / 5% Kevlar® / 1% Metallfaser

Kermel® HTA

64.6% Kermel® / 35,2% Para-Aramid / 0,2% Antistatik Stahlfaser

Kermel® HSK

99% Kermel®/ 1% Antistatikfaser

Nomex®/Viskose

50% Nomex®/ 50% Viskose

Kermel®/Viskose

50% Kermel®/ 50% Viskose

PVC beschichtetes
Gewirke

Ist ein günstiges Material, welches 100% wasserdicht, jedoch nicht atmungsaktiv ist. (z. B. Art.-Nr. 44-100 PVC-Warnschutz Jacke)

PU beschichtetes Gewebe

Polyurethan beschichtetes Gewebe, strapazierfähig, welches jedoch nicht 100% wasserdicht ist. (z. B. Art.-Nr. 47-210 PU-Warnschutz Jacke)

Techmaflex

Strech-PU (PU=Polyurethan) Weiterentwicklung des PU-beschichtetem Gewebe. Sehr weiches Material, trotzdem strapazierfähig, welches 100% wasserdicht und leicht atmungsaktiv ist. (z. B. Art.-Nr. 45-310 Techmaflex-Warnschutz Jacke)

Airtex-Laminat

3-lagen Laminat der Fa. Novotex-Isomat. Ist 100% wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv und bietet einen sehr hohen Tragekompfort, sowie ein sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis. (z. B. Art.-Nr. 43-210 Airtex-Warnschutz Jacke

Sympatex-Laminat

3-lagen Laminat der Fa. Sympatex. Ist 100% wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv und bietet einen sehr hohen Tragekompfort. (z. B. Sympatex-Warnschutz-Jacke)

Beaver-Nylon

Mischgewebe aus 50% Polyamid (Nylon) / 50% Baumwolle. Durch ein spezielles Webverfahren liegt der Baumwollanteil auf der Innenseite des Gewebes und der Polyamidanteil außen. Dadurch erreicht man, daß die Bekleidung sehr reißfest, schmutzabweisend und angenehm auf der Haut zu tragen ist. (z. B. Art.-Nr. 49-130 Forstschutz-Latzhose)

    
3. Membranen:

Werden eingesetzt um Bekleidung wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv zu machen.
Membranen gibt es auch in einer schwerentflammbaren Ausführung für Einsatzbereiche wie z. B. Feuerwehrschutzbekleidung.

 

Sympatex Membrane auf PVC-Basis der Fa. Sympatex
Airtex Membrane auf PU-Basis der Fa. Novotex-Isomat
Gore-Tex Membrane auf PTFE-Basis der Fa. Gore-Tex

4. Normen/Prüfzeichen:

- HuPF = Herstellungs- und Prüfungsbeschreibung für eine universelle Feuerwehrschutzkleidung
Deutsche Norm für Feuerwehr-Schutzbekleidung, die wie nachfolgend beschrieben unterteilt ist:
Teil 1 = Feuerwehr-Überjacken
Teil 2 = Einsatzbundhosen und Einsatzlatzhosen
Teil 3 = Einsatzjacken
Teil 4 = Überhosen Typ A und B
Typ A = 3-lagige Hose (hier muß eine HuPF Teil 2 Hose zusätzlich getragen werden um den vollen Schutz zu erreichen)
Typ B = 4 lagige Hose (hier muß keine weitere Einsatzbekleidung untergezogen werden)


- EN 469 = Europäische Norm / Schutzkleidung für die Feuerwehr

- EN 531 = Europäische Norm / Schutzkleidung für hitzeexponierte Arbeiter

- DIN EN 13911 = Schutzkleidung für die Feuerwehr – Anforderungen und Prüfverfahren für Feuerschutzhauben für die Feuerwehr

- EN 471 = Europäische Norm / Warnbekleidung
Die EN 471 unterscheidet drei Bekleidungsklassen für Warnkleidung, in denen die Mindestflächen an sichtbarem Hintergrundmaterial und Reflexmaterial definiert werden.
Klasse 3: Bekleidung mit der höchsten Auffälligkeit, wie z. B. Jacken, Mäntel, zweiteilige Anzüge (Beispiele: Weste + Bund- oder Latzhose, Jacke + Bund- oder Latzhose) usw.
Klasse 2: Bekleidung mit mittlerer Auffälligkeit, wie z. B. Westen, Latzhosen usw.
Klasse 1: Bekleidung mit der niedrigsten Auffälligkeit, z. B. Bundhosen, Shorts usw.

- EN 343 = Europäische Norm / Schutzkleidung gegen schlechtes Wetter
= Europäische Norm / Schutzkleidung gegen Kälte

- EN 381 = Europäische Norm / Schutzkleidung für die Benutzer von handgeführten Kettensägen
Bei dieser Norm wird in 4 Schutzklassen unterschieden:

Schutzklasse 0 = 16 Meter pro Sekunde (max. Kettengeschwindigkeit der Säge bis zu der die Bekleidung eine vorgeschriebene Schutzwirkung erfüllen muß.)
Schutzklasse 1 = 20 Meter pro Sekunde

Schutzklasse 2 = 24 Meter pro Sekunde
Schutzklasse 3 = 28 Meter pro Sekunde


- EN 388 = Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken

- KWF-Gebrauchswert (FPA-Anerkennung)
Bekleidungsteile, die das KWF umfassend geprüft hat, werden mit dem Prüfzeichen „KWF-Gebrauchswert“ ausgezeichnet. Sie entsprechen allen Anforderungen nach dem Stand der Technik. Dazu gehören Wirtschaftlichkeit und die Standards der Arbeitssicherheit, Ergonomie und Umweltverträglichkeit.
Die Prüfungen umfassen technische Messungen, forstliche Einsatzprüfungen und Praxisumfragen. Bei positivem Ergebnis beschließt der zuständige Prüfausschuss über das Urteil „FPA-anerkannt“ – wenn erforderlich, auch über Auflagen für notwendige Verbesserungen.
Das neue Prüfzeichen „KWF-Gebrauchsert“ ersetzt das bisher gebräuchliche FPA-Zeichen (FPA = Forsttechnischer Prüfausschuss des KWF) seit über 50 Jahren das Markenzeichen für geprüfte Forsttechnik! Das neue Zeichen ist inhaltlich identisch, weist zugleich aber durch das KWF-Logo auf die verantwortliche Prüfstelle hin.